Wohnen und arbeiten zwischen Mülheim und Deutz

Es tut sich was entlang der Deutz-Mülheimer Straße zwischen Mülheim und Deutz. EUROFORUM und Lindgens Areal und jetzt auch noch Deutz Areal. Man kommt kaum hinterher als Bürger zwischen den Konzepten und Architekturentwürfen.

Im vergangenen Jahr waren nach Eröffnung des nördlichen Teilstücks des Rheinboulevards und des Grünzug Charliers, Lindgens Areal  und EUROFORUM, dessen nördlicher Teil mittlerweile den schwer lesbaren Namen „Cologneo I“ erhalten hat, die Protagonisten eines zukünftigen modernen, attraktiven Veedels entlang der Deutz-Mülheimer Straße Richtung Süden.
Deutz-ArealIn diesem Jahr kommt ein weiteres, großes Thema dazu: das „Deutz Areal“. Ein 21 Hektar großes Gelände, dass z.Zt. von der Deutz AG zugunsten eines anderen Standorts aufgegeben wird und von der Stadt zu einem neuen Veedel entwickelt werden soll. Das Areal liegt zwischen Deutz-Mülheimer Straße im Westen, der ICE Trasse im Süden, dem Bergischen Ring im Osten und der Danzierstraße im Norden.
auf dem Bild von google maps lässt sich der Bereich sehr gut erkennen

Dazu hat es Entwürfe und Konzepte gegeben, deren Ergebnis die Planer Ende Januar den Bürgern im Dock One vorstellten. Der bislang noch nicht abgeschlossene Plan sieht eine Bebauung mit bis zu 2.000 Wohnungen, Einzelhandel, Gewerbe, Schulen und Kindertagesstätten vor. Ein Parkhaus kommt hinzu. Der Auenweg soll über die Deutz-Mülheimer Strasse durchgeführt und Nähe Rendsburger Platz auf den Bergischen Ring münden. Zusätzlich ist ein breiter Grünzug vorgesehen. Denkmalgeschützte Industriebauten bleiben natürlich erhalten.

Bunte Bilder und offene Fragen

Es gab ein Modell, viele bunte Bilder zu sehen und Erläuterungen dazu.
Das Bild unten zeigt den Planungsstand nach Bereichen.
Bei der Veranstaltung gab es allerdings auch eine Reihe nicht zu beantwortender Fragen, die allerdings wichtig sind für den Erfolg des Projekts. Die wichtigste von allen bezieht sich auf das Thema Verkehr.
Es gibt nach wie vor kein Konzept. 2.000 Wohungen im Deutz Areal bedeuten eine entsprechende Anzahl Autos, die zu denen in den bereits geplanten anderen Arealen
hinzu kommen. Weiterhin bedeutet ein neues Veedel mit Gewerbe und Einzelhandel Lieferverkehr, mobile Arbeitnehmer und mobile Kundschaft. Eine schlüssige Antwort auf die Frage, wie diese Menschen bewegt werden, blieben die Veranstaltungsausrichter von Stadt Köln und dem Planungsbüro schuldig. Fest steht allerdings, eine Straßenbahn ohne eigenen Gleiskörper, der auf der Deutz-Mülheimer Straße definitiv keinen Platz findet, wird nicht gefördert. Über eine alternative Möglichkeit zur Finanzierung werde allerdings nachgedacht. Dieses Thema wurde bereits früher im Zusammenhang mit den Themen Lindgens Areal und EUROFORUM angesprochen. Die Fortführung der Buslinie 150 wurde auch angesprochen, aber eine Lösung nicht gefunden.

Weiterhin stellte sich bei der Veranstaltung heraus, dass bisher weder eine Lärmschutzplanung, noch eine Betrachtung der Abwassersituation vorgenommen wurden. Also bleiben für Stadt und Verantwortliche noch genügend Hausaufgaben, bis zum ersten Spatenstich.
Deutz_Areal_ModellDas Bild des Modells zeigt sehr gut sichtbar die diagonal von links oben nach rechts unten durchlaufende Deutz-Mülheimer Straße. Der Auenweg läuft von links unten diagonal hoch, kreuzt die Deutz-Mülheimer Straße in der Bildmitte auf Höhe des New Yorker Hotels und läuft dann weiter an der Hotelfront vorbei Richtung Osten, um kurz danach nach Norden abzubiegen und später auf den Bergischen Ring zu stoßen. Was nach Aussagen einiger Besucher der Veranstaltung die bereits vorhandenen Verkehrsprobleme am Rendsburger Platz noch verstärken wird.

Zeitplanung

Die Planung ist noch nicht abgeschlossen und Bürger haben Recht zur Einsichtnahme. Wenn der Plan erstellt ist, wird er für einen Monat im Stadthaus in Deutz öffentlich ausgelegt. Erst danach beginnt die Phase, in der Bauanträge gestellt werden können. Das Genehmigungsverfahren ist mit zwei Jahren anzusetzen, sodass auf keinen Fall vor 2018 mit Baubeginn zu rechnen ist. Die ersten Wohnungen könnten frühestens 2020 bezogen werden.

Der Ausbau des weiter südlich gelegenen EUROFORUMs („Cologneo I“) wird dagegen noch in diesem Jahr beginnen können. Geplant sind 500 Wohnungen und mehr 72.000 qm Gewerbeflächen.

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